Im Oktober 2026 erlangten Unbekannte Zugriff auf ein Altsystem der OpenCode Console, das sich zu diesem Zeitpunkt bereits in der Abschaltung befand. Darüber konnten sie auf API-Schlüssel von Nutzern zugreifen, die externe KI-Anbieter verknüpft hatten. Nach Angaben von OpenCode waren 1,4 Prozent der Console-Nutzer betroffen. Offengelegt wurden demnach Schlüssel für Dienste wie OpenAI, Anthropic und Google.
OpenCode bestätigte den Vorfall am 17. Oktober 2026 und bezeichnete ihn in einer eigenen Stellungnahme als “a large scale distillation attack that impacted 1.4% of OpenCode Console users”. Wie die Angreifer dabei konkret vorgingen und wie die Schlüssel gespeichert waren, hat das Unternehmen nicht erläutert. Wer keine Benachrichtigung von OpenCode erhielt, sei laut Unternehmen nicht betroffen.
Mehrere Nutzer meldeten Abrechnungen für eine Nutzung, die sie nicht veranlasst hatten. Ob die offengelegten Schlüssel tatsächlich missbraucht wurden, hat OpenCode bislang nicht bestätigt. Das Unternehmen gab an, mit Google, OpenAI und Anthropic an Gegenmaßnahmen zu arbeiten. Zur Identität der Angreifer gibt es keine öffentliche Zuordnung.
Die Sicherheitsfirma Cyera dokumentierte den Fall am 17. Oktober 2026 (Autoren: Adam Ochayon und Yuval Yogev) und führt ihn als laufend aktualisierte Meldung. Sie verweist auf einen Anthropic-Bericht aus dem September 2026, ohne eine Verbindung zum OpenCode-Vorfall zu behaupten. Dieser Bericht beschreibt eine Kampagne chinesischer KI-Labore, die rund 190 Millionen Austausche von Claude abgriffen, teils über illegal beschaffte API-Schlüssel realer Unternehmen und Personen.
Cyera rät betroffenen Organisationen, Schlüssel nicht nur in der OpenCode Console, sondern direkt im Dashboard jedes einzelnen Anbieters zu widerrufen und neu auszustellen. Die Dashboards sollten dabei direkt angesteuert werden, nicht über Links aus Benachrichtigungs-E-Mails, da solche Meldungen häufig als Phishing-Köder dienen.
Die Firma rät auch, OpenCode-Passwörter zurückzusetzen, Console-API-Schlüssel neu zu generieren und die Nutzungs- und Abrechnungsdaten der Anbieter seit dem 16. Oktober 2026 auf Ausreißer, unbekannte Modelle oder Aktivität zu ungewöhnlichen Zeiten zu prüfen. Ausgabenlimits in der Console schützen nur vor Missbrauch über OpenCode selbst, nicht vor einem Schlüssel, der direkt gegen den Anbieter eingesetzt wird.